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Easy German: Learn German with native speakers | Deutsch lernen mit Muttersprachlern

671: Hat Deutschland aus der Geschichte gelernt?

Easy German: Learn German with native speakers | Deutsch lernen mit Muttersprachlern

Cari, Manuel und das Team von Easy German

Language Learning, Education, Courses

4.81.1K Ratings

🗓️ 20 June 2026

⏱️ 31 minutes

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Summary

Manuel ist im Urlaub und Cari spricht mit ihrem Studienfreund und Geschichtslehrer Klaus darüber, ob Deutschland etwas aus der Zeit des Nationalsozialismus gelernt hat – und warum diese Frage heute wieder so aktuell ist. Es geht um Erinnerungskultur, Zwangsarbeit, die Geschichte deutscher Unternehmen, Föderalismus und die Stärken und Schwächen unserer Demokratie. Außerdem diskutieren wir, warum einfache Lösungen so verführerisch sind, wenn Politik kompliziert wird.

 

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Zu Gast: Klaus

 

Thema der Woche: Was Deutschland aus der Zeit des Nationalsozialismus gelernt hat

 

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Transcript

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Hallo und herzlich willkommen beim Easy German Podcast. Heute nicht mit Manuel, der ist im wohlverdienten Urlaub, sondern endlich mit jemandem, der mit mir das Intro mit sinkt. Willkommen, Klaus!

0:28.9

Hi! Bitte, nicht mit Manuel, der ist im wohlverdienten Urlaub, sondern endlich mit jemandem, der mit mir das Intro mit sinkt. Willkommen, Klaus. Hi, Karri, hier ist Klaus. Ja. Ich muss ehrlicherweise sagen, ich wollte das immer schon mal mit sinken. Ja. Ja, ich hör das ja ab und zu auch und dann hör ich dich mal mit singen und dann singe ich tatsächlich beim Hören singe ich dann auch schon mit.

0:46.0

Ja? Ja.

0:47.0

Oh, das ist ja schön. Du hörst den Easy German Podcast manchmal? Ja, doch. Also nicht jetzt jede Folge, aber ich schau öfter mal rein, damit ich auch mitbekommen, was bei dir so passiert im Leben. Ja, ne? Das ist dann das traurige, wenn wir uns sehen, fragst du gar nicht, was bei mir im Leben passiert?

1:05.0

Ich hab's ja schon gehört.

1:07.0

Richtig. Ja, Klaus, für die, die dich noch nicht kennen, woher kennen wir uns? Wir kennen uns aus deiner Studienzeit in Münster. Oh, damals, die meisten wissen das gar nicht, dass ich auf Studiert habe. Sogar zwei Sachen glaube ich, ne? Ich hab sehr viele Sachen studiert. Aber ich habe einen Studium abgeschlossen und das andere abgebrochen wegen der Karriere bei Islaengwitzes. Ja, und ich ernähre mich an eine Folge, die ist noch gar nicht so lange her. Da hast du auch gesagt, dass du das, was du jetzt machst, hättest du gar nicht studieren müssen. Nee, also ich hab ja mir das alles selbst beigebracht,

1:46.4

wie man, also wie man viermal leitet, wie man Deutschunterrichtet, wie YouTube funktioniert, das stimmt. Aber ja, ich glaube, dass Geschichtsstudium, bei dem wir uns kennengelernt haben, würde ich so heute nicht nochmal wiederholen. Aber was mir mehr geholfen hat damals, was, was ich neben dem Studium gemacht habe. Ich habe damals in einer Organisation gearbeitet, da habe ich sehr viel über Büroorganisation gelernt. Dann haben wir ja unsere eigene NGO gegründet, da habe ich dann schon mal viel gelernt über so Selbstorganisation,, Gelder verwalten. Und das hat mir jetzt mehr geholfen im Nachhinein als mein Geschichtsstudium. Anders bei dir, Klaus, du hast aus dem Geschichtsstudium was gemacht. Ich habe aus dem Geschichtsstudium was gemacht. Also ich bin Geschichtslehrer geworden, das stimmt. Das ist dann anderer Weg, als du den gegangen bist.

2:45.3

Ich würde aber noch mal kurz auf deinen Sache eingehen,

2:48.4

aber ich glaube, dass das Studium zum einen, die vielleicht auch möglich hat, das zu machen, was du gemacht hast. Du hättest natürlich das auch ohne das Studium machen können, aber ich glaube, so ein Studium, das eröffnet einem auch Perspektiven, die vielleicht dann auch weggehen von dem, was man eigentlich studiert.

3:04.2

Ja.

3:05.0

Aber einem zeigen, was man, welchen Weg man vielleicht gehen möchte.

3:08.9

Also diesen Freiraum hat... Respektiven, die vielleicht dann auch weggehen von dem, was man eigentlich studiert. Ja.

3:05.3

Aber zeigen, was man, welchen Weg man vielleicht gehen möchte. Also diesen Freiraum hast du halt im Studium manchmal auch. Du meinst, dass ich da erst gemerkt habe, was ich nicht möchte. Oh ja, was du nicht möchtest, aber auch was du möchtest. Also beides. Das stimmt natürlich. Es ist nicht immer einfach, wenn man noch ganz am Anfang steht und nicht weiß, was man machen soll.

3:27.0

Aber heute lieber Klaus, kommen wir mal zurück ganz an den Anfang. Thema der Woche. Wir wollen nämlich heute über Geschichte reden. Ach deswegen hast du mich eingeladen. Wir könnten auch einfach so quatschen. Wir könnten jetzt auch eine halbe Stunde über Fußball reden. Zum Beispiel, also wär's nicht mitbekommen. Die Weltmeisterschaft der Männer im Fußball findet ja gerade in Mexiko, USA und Kanada statt. Sie ist letzte Woche losgegangen. Es waren schon einige Spiele jetzt dabei, die ich geguckt habe. Du war auch? Ja, gestern Abend bei dir. Zum Beispiel. Genau, wir haben gestern das Spiel von Deutschland geschaut, das erste Gruppenspiel gegen Kura-Sau. Ja, das ist gut gelaufen. Es war ein knackiges 7-1, die Leute, die schon lange dabei sind, wissen, dass wir bei Easy German eine Geschichte eine Geschichte haben, mit dem 7 zu 1, nämlich haben wir einen Menscheninterview, der 2014, kurz vor dem Spiel gegen Brasilien 7 zu 1 getippt hat und tatsächlich die Memes gehen wieder los. Ich hab schon so viele Nachrichten bekommen gestern Abend 7 zu 1, 7 zu 1, ha ha ha. Das war auch wirklich eine richtig geile Story damals, muss ich sagen. Ja. Aber alte Geschichten, ja. alte Geschichten. Also, wegen heute noch weiter zurück. Klaus, wir haben uns im Geschichtstudium kennengelernt. Und gibt es eigentlich eine Lieblings-Epoche in der Geschichte? Für dich oder eine, mit der du dich besonders stark auseinandergesetzt hast. Ja, du Lieblingsporre weißt nicht, aber es gibt auf jeden Fall Zeiträume, die ich intensiver in meinem Studium hatte und auch mit dem ich mich intensiver danach beschäftigt habe als andere. Zum Beispiel Antike Geschichte habe ich jetzt nicht mehr so stark gemacht. Das war nicht so mein Steckenpferd, wie man sagt. Was ist das ein Steckenpferd? Das ist sozusagen so das besonderen Tresse. Das war nicht mein besonderes Interesse. Das ist ein neuer Ausdruck, wahrscheinlich für viele ein Steckenpferd. Also, das ist nicht dein besonderes Interesse, ist nicht die Antike, sondern?

5:45.0

Nein, ich hab mich eher mit der neueren Geschichte behandelt. Oder beschäftigt, das war, oder ist die Zeit, feunig des 19 und 20. Jh. Genau, unter Neustik-Geschichte. Und da freunden bist du auch, als der Nazi-Daktikab bekannt? Das weiß ich nicht, aber die Phase von Deutschland, vor allem in den 20er, 30er und 40er Jahren, das war schon eine Phase, mit der ich mich sehr intensiv beschäftigt habe. Und auch heute noch Tour. Also, in positiven Sinne, du hast dich viel damit beschäftigt und auch mit viel damit beschäftigt, was wir vielleicht aus dieser Zeit lernen können. Und deswegen dachte ich lieber Klaus nach dieser sehr langen Einleitung. Spreche ich heute mal mit dir, was? Also erst mal ob und was Deutschland aus der Zeit des Nationalsozialismus gelernt hat. Was hältst du davon? Ja, das können wir gerne tun. Mal sehen, ob wir was finden. Ja, ich finde das erst mal, das ist ja eine historische Frage, aber auch ein bisschen eine philosophische Frage. Gerade heute, in der heutigen Zeit habe ich das Gefühl stellen sich viele Menschen diese Frage wieder. Und ich stelle mir die auch sehr oft, muss ich sagen, diese Frage. Ich frage mich dann manchmal, lernen wir überhaupt aus der Geschichte oder lernen nur die Menschen aus der Geschichte, die sie unmittelbar erlebt haben. Was ist dann erst mal so deine erste einfache Antwort? Lernen wir aus der Geschichte? Lernen die Menschheit aus ihrer Geschichte? Es wäre schlimm, wenn ein Lern aus der Geschichte nicht möglich wäre. Und von daher, also eine ganz plakative Antwort. Ja, man lernt aus der Geschichte. Nur die Frage ist was. Und wie? Das ist... und da wird's dann leider etwas komplexer. Das ist dann nicht mehr ganz so einfach. Hm. Aber da können wir ja vielleicht mal ein bisschen tiefer gehen. Sehr gerne. Und gucken, was lernt man aus der Geschichte? Also jetzt mal oberflächlich betrachtet, wenn man jetzt sieht im Jahr 2026, ist in Deutschland eine rechtsextreme Partei wieder so stark auf dem Forma, wie nie in den letzten 80 Jahren. Dann würde man ja eigentlich zu dem Schluss kommen müssen, dass Deutschland nichts aus der Geschichte gelernt hat, oder? Wenn man das überflächig betrachtet, dann kann man das wahrscheinlich so ein bisschen denken, vor allen Dingen, weil ja auch ganz viele Analogien also Vergleiche jetzt gezogen werden, wo man sagt, okay, das ist jetzt genauso wie damals in den 20er Jahren, damals hatten wir in Deutschland ja auch schon eine Demokratie, die hier ist weimarer Republik. Und da sind genau dieselben Sachen per se, wie heute. Und da würde ich sagen, ja, das kann man, glaube ich, so analog jetzt nicht sehen. Es sind andere Kontexte, aber tatsächlich merkt man, dass dieses Grundverständnis, was eigentlich nach 45-Sichentwickelt hat in Deutschland, über Jahre das, über Jahrzehnte, das, wann ich es von direkt da, dass man sagen, wir wollen nicht mehr diesen Rechtextremismus, wir wollen keine Rechtsextremestimmung mehr in Deutschland holen. Wir wollen ein Demokratie. Wir wollen Menschenrechte achten,

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all das Gerät so ein bisschen in zwanken. Dieses Selbstverständnis, dass das einfach jetzt für uns das wichtigste ist. Ah, das Gerät ins Wanken. Das heißt, du hast das Gefühl, diese Erkenntnis, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und wir nie wieder so etwas zulassen.

9:28.5

Die...

9:29.5

Wasch... Also diese Erkenntnis, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und wir nie wieder so etwas zulassen, die warst früher stabiler als jetzt, würde es dir sagen. Also die Frage, was wir aus der Geschichte lernen, die wird ja auch immer wieder neu beantwortet von jeder Generation aufs Neue. Ist ja nicht so, dass man einmal etwas gelernt hat und das besteht jetzt für immer und alle denken immer genau das. Das ist eine Sache, die schwierig, sondern also die, was man aus der Geschichte lernen, diese Frage stellt, also wenn man auf den einzelnen Menschen schauen, den stellt ja jeder Mensch für sich selber und zieht seine Schlüsse daraus und das kann aber auch zu verschiedenen Zeitpunkten, kann das was vollkommen anderes sein, weil man sich auch weiter entwickelt, der Kontext ist dann irgendwann an anderer, man ist in anderen Umständen und deswegen ist es nicht immer das selbe und das Gleiche gilt auch für Gesellschaften. Ja, das heißt vor 30 Jahren waren die Umständen in Deutschland andere als heute, deswegen wird die Frage, was wir aus der Geschichte lernen, was wir draussen mitnehmen, wird heute anders beantwortet als vor 30 Jahren. Vielleicht können wir mal so ein bisschen mehr in das Detail gehen über die verschiedenen Jahrzehnte. Ich muss sagen, für mich war das auch ein großes Learning, denn ich bin irgendwie also als ich so mit 19 angefangen habe zu studieren. Da war ich noch sehr naiv mit dem ganzen Thema. Und in meinem Kopf war das immer so. Wir haben ja viel gelernt über die Zeit des Nationalsozialismus in der Schule. Und für mich war das so ganz klar. So, das war böse, heute gut. Das war böse, heute haben wir gelernt. Heute ist es klar, das wollen wir alles nicht mehr. Und für mich war diese Zeit auch der Aufarbeitung. Im Deutschen haben wir sogar so ein Wort dafür die Vergangenheitsbewältigung. Für mich war das quasi eine, ohne dass ich jetzt im Kopf hatte, wann das stattgefunden hat. Aber für mich war das etwas, was abgeschlossen war. Ich dachte so, okay. Aber Nationalsozialismus, das gibt Filte in der größten Menschheitskatastrophe, dann haben wir was gelernt. Hurra, jetzt geht es uns gut in Deutschland. Und das ist etwas, was sich so im Studium schon aufgeweicht hat. Und jetzt heute wird mir immer mehr noch klarer, dass diese ganze Lernzeit, dass die ja nicht nur an einem Punkt stattfand, sondern dass die auch immer noch

11:47.8

anhält.

11:48.8

Also eigentlich lernen wir seit 80 Jahren aus der Geschichte und es gibt sogar immer noch

11:55.0

Teile oder immer noch findet, lernen statt.

11:58.2

Also bestimmte, ich habe das Gefühl in Deutschland hat man auch bestimmte Phasen durchlaufen,

...

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